Manuel Soria – Argentinischer Fotograf in Berlin

Manuel Soria (@manuelfsoria) ist ein argentinischer Fotograf und fotografierte für uns unter anderem die wunderschönen Sofa Blazer Fotos. Hast du dich schon immer gefragt, woher ein Fotograf seine Inspirationen nimmt? Oder wie er Kleidung gezielt bei einem Fotoshooting einsetzt? Diese und noch mehr Fragen beantwortet Manuel uns in seinem Interview.

Was machst du?
Ich arbeite als Fotograf in einem Start-up-Unternehmen und nebenbei auch freiberuflich. Außerdem habe ich als kleines Hobby einen YouTube-Kanal, auf dem ich Videos über das Leben in Berlin/Deutschland hochlade. Damit möchte ich der spanischsprachigen Gemeinschaft helfen, die in dieses Land ziehen möchte.
Insgesamt versuche ich, jeden Tag zu genießen. Ich bin gerade mit meiner Freundin zusammengezogen und wir haben viel Spaß bei der Einrichtung unseres neuen Zuhauses. Wir kommen beide nicht aus Deutschland und es ist wirklich wichtig für uns, hier ein Stück Heimat zu finden.

Behind the Scenes Aufnahmen von unserem Shooting auf den Straßen von Berlin, shot by Sonja

Wie ist dein Leben als Fotograf?
Mein Leben als Fotograf ist gemischt. Ich habe das Glück, das zu tun, was mir gefällt, sowohl als Angestellter als auch als Freiberufler. Bei beiden Arbeitsformen recherchiere ich, erstelle Moodboards, denke, fotografiere und bearbeite ich Bilder. Bis zum Shooting Tag ist es eine Menge „Büroarbeit“, aber all das zahlt sich aus, wenn dieser Tag zu 100% organisiert ist. Dann kann das gesamte Team reibungslos arbeiten und unterwegs neue Ideen entwickeln.

Ich versuche, so viel wie möglich mit anderen kreativen Menschen wie Malern, Tänzern, Stylisten usw. in Verbindung zu bleiben. Aber es ist schwer, hier herauszustechen. Berlin ist eine große Stadt mit vielen kreativen und unglaublichen Menschen und manchmal muss man ein bisschen rücksichtslos sein und sich selbst einbringen, wenn man sich durchsetzen möchte.

Was inspiriert dich?
Normalerweise die Straßen von Berlin oder von jedem anderen Ort. Ich achte immer möglichst aufmerksam auf meine Umgebung: Auf die Geräusche, das Licht und all die winzigen Details, die andere Menschen nicht wahrnehmen.
Ich erinnere mich auch gerne an Figuren und Persönlichkeiten zurück, die ich als Teenager in Argentinien im Fernsehen gesehen habe. Normalerweise passiert all das nicht bewusst, aber diese Dinge bleiben in meinem Kopf und irgendwann, wenn ich etwas kreieren will, kommen sie als seltsame und interessante Mischung heraus.

 

Bei der Zusammenarbeit mit Malimo hat sofort alles gepasst.

Was ist dir wichtig bei der Zusammenarbeit mit einer Brand?

Wenn ich mit jemandem zusammenarbeite, ist es mir wichtig, auf einer Wellenlänge zu sein, nützliches Feedback zu erhalten und miteinander Ideen zu entwickeln. Mit Malimo war es so, es hat alles sofort gepasst. Was ich in meinem Kopf hatte, war irgendwie das, was ihr auch in eurem Kopf hattet. Diese Momente, in denen man sich verbindet, sind großartig.

Malimo bouquet Sofa Blazer, Photography by Manuel Soria
Was bedeutet dir Mode?
Mode ist für mich die Möglichkeit, die Person zu sein, die man sein möchte und so sein wahres (oder falsches) Ich zu zeigen. Man kann jede Figur spielen, die man sich vorstellt. Mit seiner Kleidung kann man außerdem ein Statement setzen und zeigen, wofür man steht.
Da ich ursprünglich aus der Filmindustrie komme, bietet mir die Modefotografie auch die Möglichkeit, Geschichten zu erzählen und so zu arbeiten, als ob ich einen Kurzfilm drehen würde. Kleidung erschafft eine Geschichte und als Fotograf versuche ich, diese Geschichte festzuhalten.
Was wünschst du dir für die Zukunft der Modeindustrie?
Hier in Europa erlebte ich Fast Fashion zum ersten Mal. In Argentinien war es aufgrund von staatlichen Restriktionen und der Wirtschaftspolitik nie billig, Kleidung zu kaufen. Man kauft etwas und benutzt es, solange es geht. Als ich hier ankam, war ich schockiert, wie günstig Kleidung sein kann. Eine Zeit lang konsumierte ich viel, aber mit der Zeit begann sich Fast Fashion für mich seltsam anzufühlen. Daraufhin machte ich mich auf die Suche nach nachhaltigen Marken und Second Hand Läden. Genau das wünsche ich mir für die Zukunft: Dass der Wandel, der sich gerade vollzieht, immer stärker wird. Die Modeindustrie sollte sich zu einer nachhaltigeren Industrie entwickeln und nicht alles in ihrem Weg verschlingen.

Als ich nach Europa kam, war Ich schockiert, wie günstig Kleidung sein kann.

Manuel fotografierte für uns nicht nur Sofa Blazer. Klicke auf die Bilder, um zu den Produkten zu kommen.

Wie lange lebst du schon in Berlin und was gefällt dir daran?

Ich wohne hier seit etwas mehr als 3 Jahren. Berlin ist eine großartige Stadt und noch besser ist es im Sommer. Ich liebe die Mischung von Menschen, Sprachen und Kulturen. Es gibt viele kulturelle Veranstaltungen und ein tolles Nachtleben. Berlin fühlt sich lebendig an.

Was sind deine Lieblingsorte in Berlin?
Ich liebe die Parks, jeder Park hier ist schön. Man geht hinein und es ist, als wäre man mitten im Nirgendwo im Wald, kilometerweit weg von der Zivilisation. Durch sie zu gehen verschafft mir jeden Tag geistige Klarheit und doppelte Klarheit, wenn ich eine Fahrradtour hinzufüge.

Ich wohne hier seit etwas mehr als 3 Jahren. Berlin ist eine großartige Stadt und noch besser ist es im Sommer.

Wie unterscheidet sich dein Leben hier im Gegensatz zu Buenos Aires?
Geboren bin ich in Buenos Aires. Danach zog ich für viele Jahre in die kleinste Provinz Argentiniens, nach Tucumán und danach wieder zurück nach Buenos Aires. Auf dieser Reise hatte ich die Chance, viele Menschen kennenzulernen und arbeitete an vielen verschiedenen Projekten. Hier in Berlin dauerte es aufgrund der sprachlichen und kulturellen Unterschiede einige Zeit, bis ich meinen eigenen Platz in der Stadt gefunden habe. Als ich hierher gezogen bin, hatte ich weniger Kontakte als damals in Argentinien. Dieser Prozess des Umzugs und des Alleinseins hier hat mich wachsen lassen. Ich bin ein stärkerer Mensch, der viele neue Dinge lernen und verarbeiten kann.
Manuel Soria Fotograf

Manuel Soria by Eoin Moylan