BANGLADESH – MALIMO INVESTIGATES

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Bangladesh – die Mutter der Textilindustrie. The Place to be, um Kleidung herzustellen. Ein Großteil der Kleidung, die wir in Deutschland kaufen, wurde hier produziert.

Seit dem Zusammensturz von Rana-Plaza gibt es viel Kontroversität und negative Medienaufmerksamkeit zu diesem Thema. Wir haben beschlossen unsere Reise nach Bangladesh fortzusetzen und der Sache auf den Grund zu gehen: Wie schrecklich sind die Arbeitsbedingungen in der Textilbranche wirklich?

Wir waren in Dhaka und haben dort mit vielen verschiedenen Menschen zu diesem Thema gesprochen, und waren sogar selbst in einer kleinen Factory im Stadtteil Mirpur 1.

Das Bild was wir bekommen haben ist so:
Es gibt offensichtlich viele Sweatshops in Bangladesh, in denen die Arbeiter unter schlechten Arbeitsbedingungen, und unfairen Gehältern arbeiten. Es gibt hier jedoch nicht nur Ausbeuterbetriebe. Ganz im Gegenteil, sind nach unserem Eindruck der Großteil der Fabriken keine. (Als Faustregel kann man sagen: je größer der Betrieb, desto schlechter sind die Arbeitsbedingungen. Je wohlhabender der Fabrikbesitzer, desto wahrscheinlicher ist es, dass er Dreck am Stecken hat.) Die Factory in der wir waren, war in unseren Augen in Ordnung. Sie sah von innen besser aus als die meisten Wohnungen der Menchen hier und war absolut zumutbar.

Hier in Dhaka gibt es viel zu viele Menschen und viel zu wenig Arbeitsplätze. Die weniger privilegierten Menschen, die sich gute Bildung nicht leisten können, müssen deshalb sehr harte Arbeiten verrichten, um wenig Geld zu verdienen. Sie haben zum Beispiel die Möglichkeit als Rikscha Fahrer zu arbeiten. Der Job besteht darin den ganzen Tag bei über 30°C, in praller Sonne, Menschen, Ladungen: z.B.Kühlschränke, Nähmaschinen, Kokosnüsse, Wasser, Zement … (wirklich alles was man sich vorstellen kann!) mit dem Fahrrad durch die Stadt, mit ihrem chaotischen Verkehr, zu manövrieren. Dabei verdienen die Fahrer im Schnitt 2-3 Euro pro Tag. Auch als Bauarbeiter, wo man weniger verdient, muss man Backsteine, Zement, und alles was dazu gehört, statt mit einer Schubkarre in einer Schüssel auf dem Kopf transportieren. Die Menschen hier arbeiten so unglaublich hart!

In unseren Augen ist die Situation in Bangladesh weitaus besser, als die Medien uns glauben lassen. Von dem, was wir hier mitbekommen und erlebt haben, können wir sagen, dass Näher einer der guten Jobs ist, der Frauen und Männern gleiche Chancen bietet – wenn man in einer der fairen Produktionsstätten angestellt ist. Es gibt deutlich schlimmere Missstände als die Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel das Schicksal behinderter Menschen und verwitwter Frauen in der Bangladeshi-Gesellschaft. Diese sind bisher nur noch nicht so sehr durch die Medien gegangen.

Ein Medienskandal wie der vom Rana Plaza verzerrt schnell die westliche Sicht auf die Dinge. Wir sind 100% für bewussten und fairen Konsum. Aber eine Aussage wie „Die meisten Näher in Bangladesch werden ausgebeutet, deshalb kaufe ich nichts aus Bangladesh“ ist pures Schwarz-Weiß-Denken. Solch ein Verhalten überlässt die Bangladeschis ihrem eigenen Schicksal. Viel mehr sollte man versuchen, die Fairen und Guten zu unterstützen.

Bangladeshis sind tolle, herzliche Leute und ihre Welt ist chaotisch und ganz anders als unsere, das steht fest.

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